Werbung in Stichwörtern

Account Manager  Auch Kontakter genannt. Der in der Agentur für die Beratung eines Kunden und
die organisatorische und kaufmännische Führung seines Etats zuständige Mitarbeiter.

Annual  Publikation von Standesorganisationen wie dem Art Directors Club, in der die beste, jeweils prämierte
Werbung eines Jahres zusammengefasst ist. Annuals des ADC gibt es in Deutschland seit Ende der Sechzigerjahre,
in anderen Ländern wie den USA und Großbritannien schon erheblich länger. Annuals sind die besten Informations-
mittel, um einen Überblick, aktuell wie historisch, über die Bandbreite guter Werbung beispielhaft zu gewinnen.

Art Director/in  Grafiker/in, dem/der die gestalterische Verantwortung für einen oder mehrere Etats
in der Agentur übertragen ist.

Art Work  Gesamtheit der Bild-Text-Gestaltung für einen Werbeauftritt.

Bauhaus  1919 von Walter Gropius in Weimar gegründete Hochschule für Gestaltung. Mitarbeiter unter anderem
Lyonel Feininger, Gerhard Marcks, Paul Klee, Oscar Schlemmer, Wassili Kandinsky, Laszlo Moholy-Nagy,
Johannes Itten. Ab 1930 unter der Leitung von Ludwig Mies van der Rohe. Arbeitete nach dem pädagogischen
Prinzip, Kunst und Handwerk zusammenzubringen, weshalb ein handwerklicher Beruf Pflicht für alle Bauhaus-
Studenten war. Auch das Verhältnis von Kunst und Technik wurde im Bauhaus produktiv verstanden.
Das Bauhaus vertrat eine radikal moderne Ästhetik, die sich vom Ornament befreit hatte und bis in die Architektur
eine neue Sachlichkeit verkörperte. Das Bauhaus, das unser Jahrhundert bis in die Gegenwart geprägt hat, wurde
1933 von den Nazis aufgelöst und 1937 von Gropius, Mies van der Rohe, Moholy-Nagy und Johannes Albers
in Chicago als New Bauhaus neu gegründet. Heute heißt es Institute of Design.

Briefing  Das Briefing ist die für ein definiertes Projekt vom Kunden verfasste Aufgabenstellung. Es stellt die
Grundlage für jede Arbeit der Agentur dar. Am Briefing müssen sich später die Lösungsvorschläge der Agentur
messen lassen. In der Regel wird, zumindest bei größeren Aufgaben, das Briefing des Kunden durch ein Re-Briefing
der Agentur beantwortet. Dieses Verfahren dient dazu, mögliche Unklarheiten und Verständigungsprobleme
zwischen Kunden und Agentur vor dem Beginn der Agenturarbeit verlässlich auszuräumen.

Business-to-Business  Marketing- und Kommunikationsmaßnahmen, die nicht der Pflege der Beziehungen zwischen
Hersteller und Verbraucher, sondern zwischen verschiedenen Herstellern bzw. Geschäftspartnern dienen sollen.
Im Business-to-Business werden direkte Beziehungen geknüpft, die im Markt ohne direkte Öffentlichkeit dennoch
für Geschäft sorgen (z. B. der Geschäftsverbund von Bahn AG, Sixt und BMW). Wenn zum Beispiel ein Autohersteller
anderen Unternehmen Sonderkonditionen für Fahrzeugflotten anbietet. dann im Rahmen des B-to-B. Auch so genannte
Coop-Werbung, gemeinschaftliche Werbemaßnahmen verschiedener Unternehmen mit einer zu vereinbarenden
Zielsetzung, gehören hierhin.

Cannes-Rolle  Die Cannes-Rolle enthält all die Werbefilme, die in einem bestimmten Jahr in Cannes ausgezeichnet
wurden oder zumindest eine ehrenvolle Erwähnung erhielten. Die Cannes Rolle ist so etwas wie das jährliche
Annual für elektronische Medien, heute die Quelle von allem, was Kult-Status gewinnen kann.

Cast  Die Auswahl an Schauspielern oder Models, die beim Casting für ein bestimmtes Projekt getroffen worden ist.

Casting  Maßnahmen, um geeignete Models für Foto-Shootings, Darsteller für Werbefilme oder Sprecher
für Maßnahmen im Rundfunk auszuwählen. Commercial Amerikanischer Fachjargon für Werbefilm.

Copywriter/in  Werbetexter/in.

Corporate Design  Gestalterische Maßnahmen, die zum Erscheinungsbild eines Unternehmens beitragen. Dazu gehören
Vorschriften zur Verwendung von Schriften genauso wie Regeln für die Verwendung und den Stand von Firmenzeichen
sowohl in der Werbung wie auch in Druckwerken oder auf Web-Sites, bei Messeständen genauso wie bei der
Außenwerbung oder der Showroom-Gestaltung.

Corporate Identity  Unternehmensauftritt, im übertragenen Sinn auch Haltung eines Unternehmens als Summe
der unterschiedlichen Maßnahmen der Gestaltung von Produkten, Informationen, Schriftwerken, Werbung, Architektur
und Ethik. Auch die Kleidung der Mitarbeiter (wie bei Bahn und Lufthansa oder bei Autovermietern und Burger-Bratern)
kann zum Gesamteindruck einer Corporate Identity beitragen.

Creative Director  Der Creative Director verantwortet alle kreativen Arbeiten und gestalterischen Maßnahmen einer Agentur.

Design  Das gestaltete Bild, die erarbeitete, gewollte Form eines Produktes oder auch der gesamten Produktpalette
eines Unternehmens. Es gibt Unternehmen, deren Designqualitäten von den Verbrauchern so hoch eingeschätzt werden,
dass das Design zum Grund für den Kauf werden kann. Beispiele: Audi, Erco, Vitra, Bulthaup, Siemens, ehemals Braun.
Designer/in Mit den für das oben beschriebene Design erforderlichen Formgebungsprozessen betraute/r Gestalter/in.

Deutscher Werberat  Gremium der deutschen Werbung zur Selbstkontrolle der eigenen Arbeit. Der Deutsche Werberat
achtet darauf, dass vor allem keine rassisch oder weltanschaulich diffamierende Werbung erscheint. Er wendet sich auch
gegen sexuelle Diskriminierung und gegen Aussagen, die gegen das Wettbewerbsrecht verstoßen.

Dialog-Marketing  Werbemaßnahmen, die zu direkten Kontakten zwischen Herstellern und Verbrauchern führen.
In der Vergangenheit liefen Direkt-Werbeaktivitäten in der Regel über den Postweg. Inzwischen entwickelt sich das
Internet immer mehr zum zentralen Instrument der direkten Kundenpflege.

DTP  Abkürzung für Desk Top Publishing. Technik, mit der Drucksachen der verschiedensten Art von den Gestaltern
direkt am Computer bis zur Produktionsreife erstellt werden können.

Etat  Das definierte Budget, das für Marketing- und Werbemaßnahmen für ein Produkt oder eine Dienstleistung
zur Verfügung steht. Der Etat ist der finanzielle Rahmen für alle Vorschläge, die die etathaltende Agentur
ihrem Kunden unterbreitet.

FFF  Abkürzung für Film-Funk-Fernsehen, die inzwischen schon etwas antike Abkürzung der Abteilung
für elektronische Medien.

Flankierende Maßnahmen  Aktivitäten, die zur Markenpflege beitragen, ohne dass sie zu den werblichen Kernleistungen
der Agentur zählen. Um ein Beispiel zu geben: Der Film "Herbie - ein toller Käfer" war keine Agenturleistung und sicherlich
auch kein Produkt der Marketing Strategie von Volkswagen. Dennoch war er eine brillante flankierende Maßnahme,
die den Markenmythos des Käfers gesteigert hat.

Food  Amerikanischer Oberbegriff für Nahrungsmittel, der zur Gattungsbezeichnung in der Werbung geworden ist.
So genannte Food Werbung folgt besonderen Regeln, die beispielsweise besagen, dass die Abbildungen von Food stets
einen besonderen appetite appeal, also ein besonders leckeres Aussehen haben müssen. Dies zu erreichen ist das Ziel
der Arbeit der Food Stylisten. Auch im Film und in der Fotografie finden wir Zahlreiche ausgewiesene Food-Spezialisten.

Food-Stylist/in  Experte zur Gestaltung von Szenarien, in denen Food besonders attraktiv und appetitanregend wirkt.

Ghostwriter  Ghostwriter arbeiten speziell für Prominente, insbesondere als Redenschreiber und Buchautoren für Politiker
und Vorstände von Unternehmen. Geschätzt ist der folgende Witz: Zwei Vorstände treffen sich am Flughafen. Sagt der
eine: "Brillante Rede, die Sie letzte Woche auf der Aufsichtsratssitzung gehalten haben. Wer hat sie Ihnen denn
geschrieben?" Erwidert der andere: "Hat sie Ihnen gefallen? Das freut mich. Wer hat sie Ihnen denn erklärt?"

Global Marketing  Marketing-Maßnahmen von global, also weltweit arbeitenden Unternehmen. Global Marketing ist die
logische Konsequenz der Marktbearbeitung, seit durch das Internet Informationen prinzipiell weltweit zugänglich sind.

Goldmedaille  Die nicht nur bei Olympia am heißesten ersehnte Auszeichnung. Alljährlich werden bei den Aus-
schreibungen des ADC in Deutschland Goldmedaillen für die besten Arbeiten der Werbung vergeben, mal viele, mal
ganz wenige. Erst durch eine oder mehrere ADC Goldmedaillen avancieren Kreative zu so genannten Top-Kreativen.

Junior  In der Werbung übliche Bezeichnung für noch in der Ausbildung befindliche Kreative, speziell Texter
und Art Directors. Sie werden Junior Texter oder Junior ADs genannt.

Kreative/r  Mit Aufgaben in oder für Agenturen oder für Kunden beauftragter Gestalter, in der Regel Art Director,
Texter, Film-, TV- oder Funkproduzent, Fotograf, lllustrator, Typograf, Grafik- oder Web-Designer.

Kaufkraft  Das Geld, das einer Person, Familie oder Gruppe monatlich netto zur Verfügung steht.

Kontakter/in  Deutsche Bezeichnung für Account Exekutive bzw. Account Manager.

Layout  Begriff für den Entwurf von Anzeigen, Plakaten und sonstigen Druckwerken wie Bücher und Broschüren.
Mittlerweile haben natürlich auch Web-Sites ihr Layout.

Lead Agency  Die Agentur, die für multinational operierende Kunden die Grundlagen der Werbung, also auch für
international eingesetzte Kampagnen, verbindlich vorgibt.

Location  Ein Ort von besonderer Qualität, wo Foto- oder Filmaufnahmen gemacht werden können, geeignet aufgrund
besonderer Eigenheiten (Swimmingpool, Skipiste, Restaurant, Unterwasserszenario, Landschaft, Schloss, Renn-
strecke etc.) oder wegen der für solche Aufnahmen besonders geeigneten Lichtverhältnisse.

Long List  Erste Auswahl von möglichen Partneragenturen, wenn ein Klient einen Agenturwechsel plant.

Management Supervisor  Für die Führung von mehreren Kontaktgruppen und ihren Etats verantwortlicher Kundenberater.

Managing Director/in  Agenturgeschäftsführer, zuständig für das operative Geschäft.

Markenartikel  Markenartikel sind Produkte, die auf spezielle Bedürfnisse der Verbraucher antworten, die stets über
bestimmte garantierte Produkteigenschaften verfügen, z. B. über ein wiedererkennbares Erscheinungsbild, also einen
eigenen Namen, ein unverwechselbares Packungsdesign oder eine eigenständige Rezeptur. Aus solchen Produkt-
eigenschaften setzt sich die sogenannte Markenpersönlichkeit zusammen, die sich dann den Kommunikations-
maßnahmen des Markenartikels, also auch in seiner Werbung äußert.

Markenpersönlichkeit  Die Gesamtheit der Eigenschaften, die eine Marke über ihre Produkte verkörpert und in ihrer
Kommunikation pflegt. Die ursprüngliche Markenpersönlichkeit von Volkswagen, entwickelt am VW-Käfer, enthielt in
der Summe folgende Eigenheiten: sparsam, redlich, hartnäckig, dauerhaft, langlebig, bescheiden, verlässlich,
passend für alle, ohne Ansehen der Person.

Marketing  Die Gesamtheit aller Marktbearbeitungsmaßnahmen, die für notwendig erachtet werden, um einer Marke
den erforderlichen Erfolg zu verschaffen, also Produktentwicklung, Werbung, Verkaufsförderung, Packungsgestaltung,
Merchandising, Messeaktivitäten, Internet-Kommunikation, Direktwerbung, Business-to-Business, Public Relations,
Sponsoring, Produkt Placement.

Marketing Director/in  Die im Unternehmen für das Gesamtmarketing verantwortliche Person.

Marktanteil  Der Anteil an den gesamten Verkäufen in einem definierten Segment (Gesamt- oder Teilmarkt),
den ein Produkt auf sich vereint. Am Wachsen oder Schrumpfen eines Marktanteils über längere Zeiträume hinweg
kann man erkennen, wie es um die Stärke oder Schwäche von Marken in Wirklichkeit bestellt ist. Im Falle von
Marktanteilsverlusten entscheiden Unternehmen sich (sofern sie einem Produkt Zukunft zuerkennen) in der
Regel dazu, dieses zu relaunchen. Siehe Relaunch.

Marktforscher/in  Untersucht mit empirischen Methoden den Markt, also mit Konsumentenbefragungen und Gruppen-
diskussionen, um beizeiten die Akzeptanz von neuen Produkten oder von Produktverbesserungen, aber auch die Wirk-
samkeit neuer Kommunikationsmaßnahmen zu erfahren. Besonders gefürchtet bei Kreativen sind so genannte Pretests,
Vorab-Tests, in denen neue Kampagnen dem Urteil von Verbrauchern ausgesetzt werden. Die erbitterte Diskussion um
die Berechtigung von Marktforschung bei der Entstehung neuer Kampagnen dreht sich um den Punkt, dass Verbraucher
noch gar nicht wissen können, ob eine neue Kampagne von ihnen auf lange Sicht akzeptiert werden wird oder nicht.

Mediaanalyse  Ein standardisiertes Verfahren, mit dem Zeitschriften, Fernsehsender und Hörfunkstationen ihre Leser-,
Zuschauer- oder Hörerschaft quantitativ und qualitativ bestimmen, also Zahl der Leser, Gucker oder Hörer, sowie die
Reichweite, also das Verbreitungsgebiet. Daraus lässt sich der materielle Wert eines Mediums errechnen, also der
Preis für eine Anzeigenseite bzw. für eine Sendesekunde.

Media Director/in  Für die Mediaberatung seitens der Agentur verantwortlicher Mitarbeiter.

Mediaplaner/in  Erarbeitet die für das jeweilige Produkt ökonomischste und wirkungsvollste Mediastrategie. Die Media-
strategie baut auf der Zielgruppe des Produktes und ihrem Medienverhalten auf, d.h. sie berücksichtigt, was in der
Zielgruppe bevorzugt gelesen, gesehen und/oder gehört wird und versucht, aus den bevorzugten Medien einen Media-Mix
zu bilden, der sowohl der verkäuferischen Zielsetzung des Kunden als auch der Größe seines Media-Etats gerecht wird.

Medien  Zeitungen, Zeitschriften, Plakate, Fernsehen, Radio, Kino, mittlerweile auch das World Wide Web des Internets,
also all die Instrumente, über die Unternehmen in kommunikative Beziehung zu den Verbrauchern treten können.

Merchandising  Im Merchandising wird nach Wegen gesucht, zusätzliche Vermarktungsstrategien für Produkte oder für be-
stimmte Verkaufskanäle zusätzliche Produkte zu entwickeln, die für einen höheren Besuch von Kunden und für zusätzlichen
Umsatz sorgen. Im Buchhandel kann man beispielsweise inzwischen allerlei Dinge erwerben, die als so genannte Non-
Books bezeichnet werden (Spiele, Lesezeichen, Comicfiguren etc.), die vor allem dem Merchandising zu verdanken sind.

Morphologie  Wissenschaft von der (natürlichen und künstlichen) Formgebung. Für Produkte insofern wichtig, als
der Konstanz der Formen insbesondere bei Markenartikeln eine große Bedeutung zukommt. Eines der wesentlichen
Kennzeichen der Markenartikel ist die Konstanz ihrer Formen und die daraus resultierende Wiedererkennbarkeit.
Bei Weiterentwicklungen und Relaunches müssen die Markentechniker deshalb darauf achten, dass gegen bestimmte
morphologische Grundsätze nicht verstoßen wird. In diesem Fall spricht man von der notwendigen Selbstähnlichkeit
von Marken und ihren Produkten, die es zu sichern gilt.

Multimedia  Das Zauberwort der neuen Kommunikationskultur und der kommunikative Zustand, auf den wir alle hinsteuern.
Das multimediale Ideal ist in dem Moment erreicht, wo wir in der Lage sind, alle denkbaren Medien optimal miteinander
zu verknüpfen. Die multimediale Zukunft wird vom Computer geprägt sein, über den wir im Internet surfen können (um dort
jeden beliebigen Partner zu finden), mit dem wir Bücher, Zeitungen und Zeitschriften werden lesen können und mit dem wir
Fernseh- und Musikprogramme sehen und hören werden.

Network  Das Unternehmensgeflecht von internationalen Agenturmultis mit klassischen Werbeagenturen, Spezialagenturen
und gegebenenfalls eigenen Produktions- und Zulieferbetrieben. Weltweit operierende Kunden suchen sich heute in der
Regel Network-Agenturen, die für alle denkbaren Maßnahmen rund um den Globus Experten zur Verfügung stellen können.

Neue Sachlichkeit  Bezeichnung für eine Stilrichtung, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts bestimmend wurde und mit
Nachdruck die Ornamentik von Jugendstil und Kaiserreich bekämpfte. Die Neue Sachlichkeit stand für einen nüchternen,
rationalen, zweckmäßigen Umgang mit den Dingen und für eine entsprechende Gestaltung in der Kunst, in der Typografie,
in der Buchkunst, der Architektur und dem Industrie-Design. Ein gutes Beispiel für die Philosophie der Neuen Sachlichkeit
sind die Designleistungen der AEG etwa von 1910 bis 1933, die im Wesentlichen von Peter Behrens verantwortet wurden.

New Business  Die Aktivitäten von Werbeagenturen, um an neue Kunden zu kommen, von guten Agenturen mit System
betrieben. Beliebte New-Business-Ziele sind Kunden, bei denen Personalwechsel von Vorständen und Marketing-
direktoren oder Werbeleitern stattgefunden haben, weil dadurch häufig die Verankerung der Agentur im Unternehmen,
ihr Beziehungsgeflecht geschwächt wird.

One-to-One-Kommunikation  Modernste Form der Direktwerbung, bei der sich Hersteller an einzelne Verbraucher
wenden können, mit Namen und Anschrift, in (wie es heißt) personalisierter Kommunikation. In immer mehr solcher
One-to-One-Maßnahmen kann auf persönliche Bedürfnisse und Möglichkeiten Bezug genommen werden, mit immer
besser maßgeschneiderten Angeboten, weil die Welt der computerisierten Kommunikation immer transparenter wird
und weil sich immer mehr Detailinteressen einzelner Verwender zu regelrechten Charakterbildern zusammenfassen
lassen, wozu natürlich auch die finanzielle Situation des jeweiligen Verbrauchers zählt. Im Sinne des ursprünglichen
Datenschutzes sicherlich umstritten.

Online-Marketing  Marketing, das sich die Möglichkeiten des Internets zu Nutze macht. Hier kommt der Begriff des
Echtzeit-Marketings ins Spiel, bei dem beispielsweise in jedem beliebigen Moment überblickt werden kann, wie der
Abverkauf in Coca-Cola-Automaten verläuft. Dies ist in Japan schon Realität.

Pitch  Wettbewerb um einen Etat zwischen mehreren Agenturen.

Planner/in  Agenturmitarbeiter/in, der/die für das strategische Marketing verantwortlich zeichnet. Die Rolle der
Planner ist in den vergangenen Jahren wichtiger geworden, weil es auf global bedienten Märkten immer mehr Faktoren
zu berücksichtigen gilt. Der Planner ist der, in dessen Kopf alle diese oft kontroversen Daten zusammenlaufen
und der aus solchen Datenbildern die bestmögliche Kommunikationsstrategie erarbeitet.

Positionierung  Der Platz, der einem Produkt strategisch zugewiesen wird, im Markt und in Relation zu den vorhandenen
Konkurrenzprodukten. Ziel der Positionierung ist es, für sein Produkt eine ausreichende Alleinstellung zu erreichen,
ihm auf diese Weise eine Existenzberechtigung im Markt und eine ausreichend große Verbraucherschaft zu sichern.

Presenter  Werbefigur, die (in der Regel im Fernsehen, manchmal auch in Anzeigen) ein Produkt in aller Form vorstellt,
präsentiert. Bekanntestes Beispiel über viele Jahre: Die Ariel-Clementine, die typologisch und mit ihrem wetterfesten
Strubbelcharme die Lindenstraße vorweggenommen hat.

Product Placement  Die erkaufte geschickte Platzierung von Markenartikeln in nichtgewerblichen Filmen oder Fernseh-
sendungen. Geeignet für Produkte, die auf den ersten Blick identifizierbar sind wie zum Beispiel Autos, Zigaretten,
Getränke, Uhren, Kameras. Besonders erfolgreiches Beispiel für Produkt Placement: Die Einführung des Z3 und Z8
durch den Einsatz in James Bond-Filmen. Produkt-Placement wird heute von Spezialagenturen betrieben.

Produktdesign  Das Erscheinungsbild, in dem ein Produkt Form annimmt. Produktdesign kann dann als gelungen
angesehen werden, wenn in der erreichten Form die Idee des Produkts Gestalt annimmt. In der Designtheorie nennt
man dieses Aufscheinen der Idee in der Form das Pursivische. Gute Beispiele für pursivisch gelungenes Design:
Erco, Vitra, Montblanc, Audi, Porsche, der VW Käfer.

Produktioner/in  Agenturmitarbeiter/in, der/die für die technisch einwandfreie Umsetzung von Drucksachen verant-
wortlich ist, sozusagen der verlängerte Arm des Art Directors in die Technik hinein. Der Augenblick der Wahrheit ist
für den Produktioner die Druckabnahme, bei der er beispielsweise dafür zu sorgen hat, dass Farbreproduktionen in
ihren Farbwerten genau der zu reproduzierenden Vorlage entsprechen – ein Vorgang, bei dem man unglaublich leicht
viele Fehler machen kann.

Produktversprechen  Die Leistung eines Produktes, speziell eines Markenartikels, die dieses den Verbrauchern quasi
garantiert, etwa wenn in einem TV-Spot jemand einem unbemerkt dessen Tasse Kaffee gegen entkoffeinierten Kaffee
tauscht und der dann im Brustton der Überzeugung sagt: Sehen Sie, so muss Kaffee schmecken. In diesem Fall
ist das Produktversprechen des koffeinfreien Kaffees, dass er genauso gut wie richtiger Kaffee schmeckt.

Promotion  Verkaufsförderungsmaßnahme, um den Abverkauf eines Produktes im Handel in Schwung zu bringen.

Psychobiologie  Etwas abartige Art der Marktforschung, die versucht, die emotionalen Bindungen zwischen
Verbrauchern und Produkten mit Hilfe von Blutdruckmesser, EKG und Lügendetektor zu erforschen.

Public Relations  Kommunikationsdisziplin, mit der Unternehmen versuchen, durch Hintergrundinformationen Einfluss
auf die redaktionelle Berichterstattung in den Medien zu nehmen. Ziel der Public Relations ist es häufig, in Krisenfällen
Publikationen zu verhindern. Dies vor allem dann, wenn an Produkten Mängel festgestellt wurden. In solchen Fällen ist es
die edle Aufgabe der PR, kritische Veröffentlichungen möglichst zu verhindern und dem Unternehmen so die Möglichkeit zu
geben, die Schwachstellen am Produkt ohne Imageschäden zu beseitigen. Beliebtes Beispiel: Rückrufaktionen bei Autos.

Pull-Markt  Markt, der durch die Nachfrage seitens der Verbraucher bestimmt wird.

Push-Markt  Markt, der von Hersteller-Angeboten bestimmt wird. Ein beliebter Scherz über Pull-Märkte ging früher so:
Was ist der Unterschied zwischen Kapitalismus und Sozialismus? Im Kapitalismus laufen die Verkäufer den Käufern nach.
Im Sozialismus laufen die Käufer den Verkäufern nach. Im ersten Fall handelt es sich also um einen Push-, im zweiten
um einen Pull Markt.

Reason for Being  Begriff aus dem amerikanischen Marketing, der die zentrale Frage schlüssig beantworten muss,
die da lautet: Warum soll es dieses Produkt geben? Nur ein für die Verbraucher überzeugender reason for being gibt
einem geplanten Produkt die Sicherheit, auf dem Markt eine Chance zu haben.

Relaunch  Erneuerung einer alten etablierten Marke, die an Aktualität, Kraft und Marktanteilen verloren hatte und nun
mit neuer zeitgemäßer Produktausstattung, eventuell neuer Rezeptur und neuer moderner Kommunikation wieder um
ihren Platz im Markt kämpft. Beispiele für einen erfolgreichen Relaunch: adidas, Guhl Haarkosmetik, Porsche.

Reminder  Ein kleines Stück Werbung, das letztlich nur als Erinnerungsstütze, als Eselsbrücke zur Kampagne dienen
soll. In der TV-Werbung hat es sich eingebürgert, dass am Ende von Werbeblöcken manchmal noch ganz kurze 5- oder
7-Sekunden Spots nachklappen, die sich auf vorher ausgestrahlte Langversionen von Spots beziehen.
Solche Kurzversionen sind Reminder.

Research  Zu Deutsch Forschung, in der Regel systematische Markt-, Zielgruppen oder Medienuntersuchungen, deren
Ziel es ist, das Informations- oder Kaufverhalten, die Freizeitgewohnheiten oder die Denkmuster von bestimmten
Zielgruppen genauer zu erforschen. Ziel solcher Untersuchungen ist in der Regel, Marketing- und Kommunikations-
strategien für etablierte oder neue Produkte empirisch abzusichern.

Retro-Design  Design, das gezielt alte Formen aufgreift und auf diese Weise bestimmte nostalgische Bedürfnisse der
Klientel bedient. Aktuelles Beispiel: der New Beetle, der sich ganz gezielt an die Formensprache des ursprünglichen
VW-Käfer anlehnt und auf diese Weise alte Markenloyalitäten zu kapitalisieren trachtet.

Sales Promotions  Zu Deutsch Verkaufsförderungsmaßnahmen. Gehört als Instrument zu den unverzichtbaren Kern-
maßnahmen des klassischen Marketings. Die Aufgabe der Sales Promotions liegt darin, interessierte Kunden mit dem
beworbenen Produkt in konkrete Verbindung zu bringen (durch Preisausschreiben, Probieraktionen, Sonderverkäufe) bzw.
Kaufanlässe zu schaffen, etwa die große Frühjahrsaktion für das neue Cabrio oder die Sonderverkäufe für den AlpenMäc.

Selbstähnlichkeit  Wichtiger Begriff in der Designtheorie und -praxis. Heute gilt es als unverzichtbar, in der Produkt-
gestaltung zu einer eindeutigen Selbstähnlichkeit zu kommen, das heißt, die Produkte so zu designen, dass sie als
Erzeugnisse einer bestimmten Marke aus sich heraus erkennbar werden und, sofern es unterschiedliche Produktreihen
gibt, auch bei deutlicher Verschiedenheit aufeinander verweisen, ihre Verwandtschaft also auch formal demonstrieren.
Ein Unternehmen, dem diese Selbstähnlichkeit von früh an wichtig war und das auch heute noch beispielhaft darin ist,
ist BMW; die BMW-Niere gilt als die Ikone der Selbstähnlichkeit schlechthin. Auch Audi hat eine hohe Selbstähnlichkeit
in seinen verschiedenen Modellreihen vorzuweisen.

Senior Account Manager  Kundenberater, der es in der Agenturhierarchie eine Stufe höher geschafft hat. Der Senior
Account Manager steht mehreren Produktgruppen zugleich vor und verantwortet die Arbeit seiner verschiedenen
Account Manager.

Set Card  Die Set Card ist sozusagen der Arbeitsausweis eines Models. Darin stellt das Model, ob weiblich, ob männlich,
sich fotografisch vor und demonstriert seine Vorzüge. Es gibt Models für die unterschiedlichsten Themen (Mode, Familie,
Auto, Zigarette, Gesundheitsprodukte) und für die verschiedensten Altersklassen vom Kleinkind bis zu den neuen Alten.
Auch Models mit besonderen körperlichen Vorzügen (schöne Haare, Zähne, Hände, Füße, Haut usw.) können gute
Geschäfte machen. In der Regel werden Models von so genannten Modellagenturen vertreten.

Short List  Die Short List enthält die endgültige Auswahl der Agenturen, die ein Unternehmen zu einer Wettbewerbs-
präsentation einzuladen pflegt. Still Life Auch einfach nur Still genannt. Fachbegriff für Fotos, auf denen nur Produkte
bzw. Objekte abgebildet sind, aber keine Lebewesen. Die Still-Life-Fotografie ist eine besondere Disziplin, auf die
sich Fotografen regelrecht spezialisieren. Es gibt nicht allzu viele gute Still-Life-Fotografen, die zum Beispiel zugleich
auch gute People-Fotografen sind.

Stylist/in  Spezialist/in für das optische Erscheinungsbild von inszenierten Fotografien bzw. von Models. Gute Stylisten
(meist Frauen) sind für erstklassige Fotos nicht weniger wichtig als gute Fotografen, häufig arbeiten Fotografen mit
bestimmten Stylistinnen über viele Jahre zusammen.

Testimonial  (lat. testimonium = Zeugnis, Zeugenaussage, Beweis) bezeichnet die konkrete Fürsprache für ein Produkt,
eine Dienstleistung oder eine Institution durch Personen, die sich als überzeugte Nutzer des Produkts, der Dienstleistung
oder der Institution ausgeben.

Trafficer/in  Auch Innenkontakter genannt. Ist für die reibungslose und termingerechte Abwicklung der einzelnen Auf-
träge in der Agentur zuständig. Trafficer sorgen für den nötigen Fluss der Arbeitsmaterialien und Dokumente, überwachen
die Termine und achten darauf, dass die Mitarbeiter ihren zeitlichen Aufwand auf den einzelnen Jobs exakt notieren.

Trend- oder Zukunftsforscher  Die Seismografen für die kulturellen Erdbeben von morgen. Die Trendforscher füllen eine
Lücke, mal mehr, mal weniger gut, die immer spürbarer wird. Sie versuchen nämlich die Frage zu beantworten, wohin sich die
Verbraucher mit ihren Interessen und Geschmäckern in naher Zukunft orientieren. Das soll es den Herstellern erleichtern,
für diese Verbraucher morgen die richtigen Produkte herzustellen, die schon heute konzipiert und entwickelt werden müssen.

TV-Producer/in  Die Aufgabe von TV-Producern besteht darin, alle technischen und logistischen Probleme einer Fernseh-
produktion zu lösen. TV-Producer sorgen also für die Auswahl der Produktionsfirma, für den Regisseur, die Besetzung,
die Locations und für eine professionelle Kalkulation des Spots und die notwendige Kostenkontrolle.

Typografie  Die Gestaltung der Schriften für Anzeigen und Plakate, Zeitungen und Zeitschriften, Broschüren und Bücher.
Der klassische Beruf des Typografen ist im Zuge der Computerisierung abhanden gekommen, weil die Computer immer
mehr Schriften parat halten. Allerdings hat dies auch dazu geführt, dass die Schriftgestaltung vielerorts stark gelitten hat.
Auch die Werbeagenturen sind von diesem qualitativen Schwund betroffen. Ein seit Jahren schönes Beispiel für
erstklassige Typografie: Die von Hans Magnus Enzensberger herausgegebene "Andere Bibliothek".

Web-Designer  Gestalter von Web-Sites, bei umfangreichen Internetauftritten meist unterstützt von Spezialisten
mit besonderen Programmierkenntnissen.

Werbespot  Auch Commercial oder Werbefilm genannt. In der Regel bei uns 30 Sekunden lang, es gibt aber auch
erfolgreiche Spots von 5 Sekunden oder zwei Minuten Dauer.

Werkbund  1907 gegründete Vereinigung von Architekten und Entwerfern sowie Vertretern von Handel und Industrie.
Wichtige Vertreter unter anderem Peter Behrens, Hermann Muthesius und Richard Riemerschmid. Geht zurück auf die
englische Reformbewegung um William Morris. Der Deutsche Werkbund bemühte sich besonders um gültige Formgebung
und um einen zweckmäßigen und angemessenen Umgang mit dem Material, was in der Forderung nach einer "Veredelung
der gewerblichen Arbeit" seinen Ausdruck fand. In den Gedanken zum Umgang mit dem Material finden sich durchaus
schon Vorläufer des heutigen ökologischen Denkens. Wie das Bauhaus wurde der Werkbund 1933 von den National-
sozialisten aufgelöst und nach dem Zweiten Weltkrieg neu gegründet.

Zielgruppe  Eine nach qualitativen, soziodemographischen und ökonomischen Kriterien (Alter, soziale Schicht, Einkommen,
Freizeitinteressen, Informationsgewohnheiten, ökologisches Bewusstsein, modische Interessen, Trendorientiertheit usw.)
bestimmbare Gruppe von Verbrauchern, die so homogen ist, dass sie mit speziell auf sie zugeschnittenen Kommunikations-
maßnahmen angesprochen werden kann. Eines der Probleme der Werbung von heute besteht darin, dass die Biografien der
einzelnen Verbraucher nicht mehr einfach und linear verlaufen, sondern immer häufiger Veränderungen und Wendungen
durch zunehmende Individualisierung unterliegen. Das hat zur Folge, dass die großen, einfach zu beschreibenden Ziel-
gruppen sich auflösen und dass immer kleinere, immer schwerer zu definierende Spezialzielgruppen entstehen, die ihrer-
seits höchst instabil sind aufgrund der immer schnelleren Umorientierung ihrer Mitglieder (berufliche Wechsel, neue
Moden, neue Themen, Ortswechsel, Partnerwechsel usw.).
 
» Ich weiß, die Häfte meiner Werbung ist heraus-
geworfenes Geld. Ich weiß nur nicht, welche Häfte.«
Henry Ford